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Orthopädische Einlagen: nicht nur bei Fußfehlstellungen oder Fußschmerzen

Bevor wir auf die möglichen Einsatzgebiete orthopädischer Einlagen eingehen, hier eine kurze Definition: Bei orthopädischen Schuheinlagen handelt es sich um individuell gefertigte Sohlen, die in speziell dafür vorgesehene Schuhe eingelegt werden, um Fußfehlstellungen zu korrigieren, Schmerzen zu lindern oder zu entlasten.

Nur äußerst wenige Menschen verfügen über physiologisch optimale Fußformen mit perfekter Druckverteilung und einer optimalen Körper- und Ganghaltung, in der sich die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Doppel-S-Schwingung befindet. Bei der Mehrheit ist dies leider nicht der Fall. Fußfehlstellungen und Fehlhaltung können Beschwerden im gesamten Halte- und Bewegungsapparat verursachen. Die Muskeln verkrampfen sich, die Wirbelsäule verformt sich. Häufig sind Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Bewegungseinschränkungen die Folge, ebenso können Schmerzen im Rücken, in der Hüfte, in Schulter und Kniegelenken auftreten.

Das Tragen von orthopädischen Einlagen kann bei vielfältigen Beschwerden Linderung verschaffen, beispielsweise indem die Haltung beim Gang optimiert und Gelenke geschont werden. Folgend haben wir eine Liste von Problemen/Beschwerden/Erkrankungen aufgeführt, bei denen individuell gefertigte Einlagen Linderung verschaffen können:

  • Fußfehlstellungen (Senkfuß, Spreizfuß, Knickfuß, Plattfuß, Hohlfuß etc.)
  • Unrundes Gangbild, O-/X-Beine
  • Schmerzen in den Füßen oder Beinen aufgrund von Fehlhaltung
  • Fußfehlbildungen (z. B. Hallux Valgus)
  • Beinlängendifferenz
  • Wirbelsäulenverkrümmung
  • Beckenschiefstand
  • Kopf- und Nackenschmerzen aufgrund von Fehlhaltung
  • Schmerzen im Rücken und in der Hüfte aufgrund von Fehlhaltung
  • Schmerzen in den Knie-Gelenken aufgrund von Überanspruchung/Fehlhaltung
  • Übergewicht
  • Schwangerschaft
  • Langes Stehen
  • Einseitige Belastung
  • Erkrankungen mit Bewegungseinschränkungen (Schlaganfall, Multiple Sklerose etc.)
  • Erkrankungen, Entzündungen, Reizungen (Fersensporn, Probleme mit der Achillessehne)
  • Zustand nach Verletzung/Operation
  • Extensiver Sport, Schmerzen beim Sport
  • u. v. m.

Orthopädische Schuheinlagen als medizinisches Hilfsmittel sind nicht zu verwechseln mit herkömmlichen Einlagen, die Sie von der Stange im Drogerie- oder Einzelhandel kaufen können. Der wesentliche Unterschied und die therapeutische Wirkung gründen darauf, dass sie Ihren Füßen präzise maßangefertigt werden.

An den folgenden drei Beispielen erläutern wir Ihnen das Prinzip des Korrekturmechanismus individuell gefertigter Einlagen mit dem Ziel der Unterstützung oder Entlastung. Einer zielführenden Einlagentherapie geht immer eine genaue Anamnese, Ausmessung und im besten Fall digitale Druckanalyse Ihrer Füße (Pedografie) voraus. Dazu mehr im nächsten Abschnitt. Hier unsere drei Anwendungsbeispiele orthopädischer Einlagen:

Problem: Das Fußlängsgewölbe (Wölbung der mittleren Fußsohle in der Sagittalebene zwischen Ferse und Zehen) ist abgeflacht, also platt. Dadurch findet keine natürliche Dämpfung des Fußes statt, was zu Schmerzen in Füßen, Knien und Rücken führen kann.

Lösung: Der Patient erhält eine Einlage mit Erhöhung im Bereich des Fußlängsgewölbes. Hierdurch wird ein Einsinken verhindert. Der Druck wird besser verteilt, die Fußmuskeln werden aktiviert und Fehlbelastungen reduziert.

Problem: Die Ferse knickt nach innen, meist ist auch das Fußlängsgewölbe davon betroffen. Das Innengewölbe wird vermehrt belastet und die Außenseite wird permanent leicht angehoben. Im Fachjargon ist je nach Ausprägung auch von einem Knick-Senkfuß oder einem Knick-Plattfuß die Rede. Das veränderte Abrollverhalten beeinflusst die Körperhaltung und die Gewichtslagerung; das Sprunggelenk, die Sehnen und Bänder werden stärker beansprucht. Mögliche Folgen: Schmerzen am inneren Fußrand, an der Ferse und am Knöchel, Knie- und Hüftschmerzen bis hin zu Rücken- und Nackenschmerzen.

Lösung: Der Patient erhält eine Einlage, die an der Innenseite erhöht ist, um den Fuß gegen das Abknicken zu schützen und in eine neutrale Position zu bringen. Der hintere Bereich der Einlage ist verstärkt, bei Bedarf wird eine Fersenschale verwendet, um das Fersenbein auszurichten und einem Wegknicken entgegenzuwirken. Dadurch wird das Sprunggelenk besser ausgerichtet und eine Fehlbelastung auf Knie und Hüfte reduziert.

Problem: Bestimmte Fußbereiche wie Ferse und Mittelfuß werden überlastet, das Absinken des Fußlängsgewölbes wird begünstigt. Häufig treten Fehlstellungen wie X- oder O-Beine auf, die zu ungleichmäßiger Belastung der Knie führen. Übergewicht verstärkt die Belastung auf Ferse, Knie und Wirbelsäule, dies kann eine instabile Gangart und Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat mit sich ziehen.

Lösung: Der Patient erhält eine Einlage, die durch eine Erhebung im Mittelfußbereich und zusätzliche Polster den Druck auf den Fuß gleichmäßiger verteilt. Innere und äußere Erhöhungen sowie Verstärkungen an der Ferse stützen den Fuß und verbessern die Gangstabilität. Einlagen mit dämpfenden Elementen entlasten Gelenke und Wirbelsäule und beugen Ermüdungserscheinungen vor. 

Es sind leider wenige Langzeitstudien über den therapeutischen Erfolg orthopädischer Einlagen verfügbar. Allerdings gibt es diverse Rechercheergebnisse, die belegen, dass orthopädische Einlagen Schmerzen, die auf Fehlstellungen basieren, bereits nach kurzer Zeit spürbar reduzieren können. Australische Wissenschaftler der Chochrane Collaboration beispielsweise haben elf Studien mit insgesamt 1332 Teilnehmern untersucht, um herauszufinden, in welchen Fällen orthopädische Einlagen helfen und wie effektiv sie sind. Sie sind zu der Schlussfolgerung gekommen, dass „signifikante Veränderungen durch verschiedene Schuheinlagen auf die Schmerzsymptomatik“ festgestellt werden können und diese sowohl kurz- als auch langfristig wirken (Quelle: Tellmed, Cochrane Database of Systematic Reviews 2008).

Diese Erfahrung teilen auch orthopädische Fachärzte, und dies ist vermutlich einer der Hauptgründe, weshalb eine Verordnung zur Einlagen-Therapie so häufig erfolgt. Denn die deutliche Steigerung der Lebensqualität aufgrund der Reduzierung von Schmerzen ist unbestritten. Was bisher allerdings nicht in Studien belegt werden konnte, das ist die Verbesserung von Fehlstellungen durch orthopädische Einlagen-Therapie. Hier stößt sie also klar an ihre Grenzen.

Einlagen sind in der Lage, die Körperhaltung zu verbessern, Schmerzen zu lindern und Folgeschäden einzudämmen. Da aber eine Behebung der Fehlstellung nicht möglich ist, führt uns diese Information zu der Erkenntnis, dass eine aktive Unterstützung durch Bewegung, Sport und Muskelaufbauwichtig ist. Ruhen Sie sich nicht auf den Einlagen aus! Sondern werden Sie selbst aktiv. Machen Sie gezielte Übungen zum Aufbau Ihrer Muskulatur, im besten Fall unter Anleitung eines Physiotherapeuten, und wirken Sie den Beschwerden entgegen, die zusätzlich zu Fehlstellungen durch mangelnde Bewegung, zu geringer Bauch- und Rückmuskulatur sowie Übergewicht auftreten können. 

Ob Sie unter einer Fehlhaltung leiden, Schmerzen im Rücken- oder Nackenbereich verspüren, ob Sie schwanger oder übergewichtig sind oder einer täglichen Arbeit nachgehen, bei der Sie viele Stunden im Stehen verbringen – in all diesen Fällen lautet unsere klare Empfehlung: Vereinbaren Sie einen Termin in einer orthopädischen Facharztpraxis! Dort wird zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch geführt. Anschließend erfolgt in der Regel die medizinische Untersuchung, häufig mit Ganganalyse, in speziellen Fällen wird auch eine Pedografie durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine digitale Methode zur Darstellung und Analyse der Druckbelastung der Füße.

Sollte der Arzt der Meinung sein, dass die Verordnung einer orthopädischen Schuheinlage für Sie das geeignete therapeutische Mittel ist, so können Sie im nächsten Schritt mit der Diagnose und dem ärztlichen Kassenrezept zum Sanitätshaus Ihres Vertrauens gehen. Dort werden Ihre Einlagen individuell für Sie zugerichtet.

Ihre Krankenkasse übernimmt einen Festpreis für die Kosten einer Einlagen-Basisversorgung aus dem Sanitätshaus. Gesetzlich versicherte Personen müssen in der Regel eine Zuzahlung in Höhe von 10 % des Rezeptwertes leisten – mindestens 5, maximal 10 €. Fällt die Wahl auf ein teureres Sondermodell, welches den Festpreis der Krankenkasse übersteigt, so ist zusätzlich zur Zuzahlung der Differenzbetrag zu leisten. Ihr Arzt kann Ihnen bei medizinischer Notwendigkeit pro Jahr zwei Einlagen-Versorgungen verschreiben, jedes weitere Paar muss bei der Krankenkasse eingereicht und genehmigt werden.  

Eine präzise und optimal auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Schuheinlage steht und fällt mit der genauen Abmessung. Aktuell gibt es keine verlässlichere Variante als die oben beschriebene elektronische Fußdruckmessung. Leider verfügen nicht alle Sanitätshäuser über eine entsprechende innovative Ausstattung. Wenn Sie nach einem Sanitätshaus zur Fertigung Ihrer Schuheinlagen im Internet recherchieren, so achten Sie unbedingt darauf, dass dort eine digitale Pedografie möglich ist. Sollten Sie aus der Region Villingen-Schwenningen kommen, so laden wir Sie herzlich ein, zu uns ins Sanitätshaus Reichmann zu kommen. Wir verfügen sowohl über 2D- als auch über 3D-Technologie und sind somit in der Lage, die Druckverteilung Ihrer Füße exakt zu erfassen. Auf Grundlage dieser Daten können wir für Sie am Bildschirm eine optimale Einlagen-Konstruktion erstellen und Ihre Einlagen anschließend maßgerecht in der eigenen Fräsanlage für Sie anfertigen. Der Vorteil unserer eigenen Fertigung liegt für Sie in der unschlagbar schnellen Produktionszeit sowie der Möglichkeit optimaler Anpassungen auch nach erfolgter Anprobe. Hier ist auch im Anschluss noch die Ausarbeitung von Feinheiten möglich. Diese Möglichkeit besteht nur, wenn entsprechende Gerätschaften und das erforderliche Know-how vor Ort vorhanden sind.

Für alle, die zum ersten Mal Schuheinlagen tragen, könnten die nächsten Infos interessant sein. Und unter unseren Tipps zur Pflege findet sich sicherlich auch noch der eine oder andere hilfreiche Hinweis für routinierte Einlagenträger:

Bedenken Sie, dass sich Ihr kompletter Bewegungs- bzw. Trageapparat an die neue Umverteilung von Lasten und die geänderte Positionierung Ihrer Füße gewöhnen muss. Dadurch kann anfangs ein etwas unangenehmes Tragegefühl auftreten. Dieses verschwindet aber in der Regel binnen ca. 2 bis 3 Wochen. In Einzelfällen kann es auch etwas länger andauern. Falls Sie unsicher sind, so sollten Sie nochmals zu Ihrem Sanitätshaus gehen und Ihre Beschwerden schildern. Wir bei Reichmann nehmen uns gerne Zeit für Sie und beraten und begleiten Sie in der Eingewöhnungsphase. Wir empfehlen, die Einlagen in den ersten Tagen nur ca. 2 Stunden zu benutzen. Erst danach sollten Sie Ihre Einlagen über den ganzen Tag anwenden. Und bitte tragen Sie Ihre Einlagen nur in darin vorgesehene Schuhe. Bei Schuhen mit Fußbett können Sie beispielsweise problemlos das Fußbett entfernen und durch Ihre Einlagen ersetzen.

Die richtige Pflege und eine regelmäßige Überprüfung Ihrer orthopädischen Einlagen sind entscheidend für die therapeutische Wirksamkeit und Langlebigkeit. Einfache Reinigungs- und Aufbewahrungsmaßnahmen verhindern, dass das Material durch die Ansammlung von Schmutz, Bakterien und Schweiß beschädigt wird. Sie stellen sicher, dass Ihre Einlagen sowohl hygienisch bleiben als auch den gewünschten medizinischen Effekt erzielen.

Hier sind einige einfache Schritte zur Pflege:

  • Nach dem Tragen sollten Sie die Einlagen direkt aus den Schuhen nehmen und an der Luft trocknen. Bitte nicht auf die Heizung legen, da die Wärme zu unerwünschter Materialverformung führen kann. Das Lüften verhindert Schweißansammlungen und verlängert die Lebensdauer.
  • Reinigen Sie Ihre Einlagen mit einem feuchten Tuch oder Schwamm. Bei Bedarf verwenden Sie sparsam Seife oder Shampoo. Verwenden Sie lauwarmes Wasser. Waschen Sie Ihre Einlagen auf keinen Fall in der Waschmaschine!
  • Lassen Sie Ihre Einlagen nach der Reinigung wie gewohnt an der frischen Luft trocknen.
  • Bewahren Sie Ihre Einlagen an einem trockenen, kühlen Ort auf und achten Sie darauf, dass nichts Schweres auf Ihren Einlagen liegt, um Verformungen zu vermeiden.
  • Wenn Sie Ihre Schuheinlagen mit auf Reisen nehmen, so transportieren Sie diese in einem Schutzbeutel und stellen Sie sicher, dass die Einlagen nicht eingequetscht sind oder verformt werden.
  • Wechseln Sie die Einlagen regelmäßig. Wenn Sie zur täglichen Nutzung angehalten sind, so beantragen Sie bei Ihrem Facharzt ein zusätzliches Paar, damit Sie die Einlagen täglich wechseln und das zweite Paar gut auslüften können.
  • Überprüfen Sie die Beschaffenheit Ihrer orthopädischen Einlagen regelmäßig und ersetzen Sie diese, wenn Indikatoren wie deutlich sichtbare Abnutzungsspuren (Risse, Materialverformung etc.) oder Schmerzen/Beschwerden auf einen notwendigen Austausch hinweisen.
  • Lassen Sie Ihre Einlagen etwa alle sechs Monate in Ihrem Sanitätshaus von der orthopädischen oder podologischen Fachkraft kontrollieren, um sicherzustellen, dass sie noch den gewünschten medizinischen Effekt haben.

Individuell angefertigte orthopädische Schuheinlagen sind ein wichtiges medizinisches Hilfsmittel bei Fußproblemen und Schmerzen aufgrund von Fehlhaltung. Sie können in zahlreichen Fällen dazu beitragen, Beschwerden lindern und dadurch die Lebensqualität enorm verbessern. Lassen Sie sich von einem Facharzt untersuchen! Dieser wird Ihnen bei Bedarf orthopädische Einlagen verschreiben. Die Kosten werden weitgehend von Ihrer Krankenkasse übernommen. Sie bekommen pro Jahr 2 Paar Einlagen verschrieben. Die richtige Pflege Ihrer Einlagen sorgt für einen anhaltenden Therapieerfolg und verlängert die Nutzungsdauer. Um einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, ist es ratsam, neben dem Tragen von Einlagen, die Muskulatur mit gezielten Übungen zu stärken.

Achten Sie bei der Wahl Ihres Sanitätshauses darauf, dass Ihre Füße inklusive Druckverteilung mit möglichst präziser, digitaler Technik ausgemessen werden. Wenn Sie aus Villingen-Schwenningen und Umgebung sind, dann kommen Sie zu uns ins Sanitätshaus Reichmann! Wir sind Ihre Spezialisten für maßgefertigte Schuheinlagen in der Region und garantieren Ihnen den perfekten Service: von der Ausmessung über die Beratung bis hin zur präzisen Fertigung und Anpassung. Wir stehen Ihnen auch in der Eingewöhnungsphase mit praktischen Tipps zur Seite und können im Falle von Beschwerden schnell und unkompliziert helfen. Mit uns sind Sie in Sachen Gesundheit immer einen Schritt voraus!

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